Die Familie von Plessen (1721 – 1796)

 

Der Kammerjunker Georg Detleff von Plessen übernahm nach dem Tod seines Onkels das Gut Basthorst mitsamt 12 ½  Hufen, 7 Kätnerstellen und 4 Krügen, die auf die Dörfer Nüssau, Klein Pampau, Siebeneichen und Müssen verteilt waren. 1717 tauschte er in einem recht weisen Entschluss – der wohl eher vom  umsichtigen und klugen Freiherrn Andreas Gottlieb von Bernstorff ausging – diese Dörfer gegen Hof und Dorf Dalldorf, das ebenfalls ein  Kunkellehen war.

Ihm folgten sein Bruder Christian Friedrich, seine Söhne Heinrich Detleff und der Obrist Bartold Dominicus und dem wiederum seine Tochter Eleonore Elisabeth. Sie war mit dem Konferenzrat Schack von Buchwald verheiratet.

Das Schicksal des ältesten von Plessen Sohns Heinrich Detleff war mysteriös und wirft bis heute einige Rätsel auf. Im Winter 1770 entfernte er sich bei hohem Schnee von Basthorst und wurde nie wieder gesehen. Angeblich ging er in „Täglicher Kleidung“ und ohne Geld, als wenn er zu einem Spaziergang aufbrechen wolle. Ob er bei einem Überfall ums Leben kam, im Moor versank oder den Freitod wählte, ist ungewiss. Eine schleunigst erfolgte Nachsuche blieb erfolglos. 25 Jahre später stellte seine Schwester beim Hofgericht Ratzeburg einen Antrag auf Toterklärung, dem 1796 entsprochen wurde.

1770 / 71 waren für die von Plessen wahre Unglücksjahre. Der Konferenzrat und Kammerherr  Schack von Buchwald verstarb, und seine Witwe- die „Konferenzräthin“ Eleonore Elisabeth – zog zurück auf der elterliche Gut Basthorst. Kurz darauf verschwand wie schon oben berichtet ihr Bruder und im Jahr darauf verstarb ihre 74-jährige Mutter. So lag plötzlich das Schicksal des Lehnsgutes in ihrer Hand und der ihres jüngeren Bruders Bartold Dominicus, der seinen Dienst als württembergischer Obrist quittierte und ebenfalls zurück nach Basthorst zog.

Da in der Zeit der von Plessens auf dem Gut einiges zu erhalten war und neu gebaut wurde, waren  Kosten entstanden für die dringend Geld benötigt wurde, so dass 1771 Dalldorf für 13.000 Taler an den Landrat von Hövel verkauft wurde.

Um 1750 wurden die zwei alten Wohnhäuser durch ein neues ersetzt, weiterhin wurde 1764 ein Viehhaus, 1766 ein geräumiger Pferdestall, 1768 ein Brau- und Brennhaus, 1769 ein Schweinestall und 1771 ein neuer Kornspeicher erbaut. Daneben gab es noch zwei in gutem Zustand befindliche Scheunen und weitere Nebengebäude. Weiterhin waren in Hamfelde ein  neues Meierhaus errichtet worden und es gab einen gut erhaltenen Schafstall für 300 Schafe.

Um das Gutshaus gab es gepflegte, barocke Gärten zum Lustwandeln.