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„Das Spiel vom Paradies“ im Abendgottesdienst von St. Marien Basthorst
Einen ganz und gar ungewöhnlichen Gottesdienst hatte Pastorin Kirsten Sattler der Gemeinde versprochen und die wurde nicht enttäuscht. Den ganzen August hatten die Basthorster Hauptkonfirmanden unter der Federführung der Künstlerin Gundel Zschau-Buchwalde und des Pastors i.R. Erich Zschau das Spiel vom Paradies geprobt.
Gleich der erste Eindruck des Gotteshauses am 4. September um 18.00 Uhr weckte große Erwartungen. Ein weißer Vorhang verdeckte die Szenerie. Als die Musik einsetzte, wurde mittels eines Schattenspiels die Schöpfung des Menschen sehr eindrucksvoll nachgestellt. In der Kirche war es mucksmäuschen still, als die überdimensionalen Schattenrisse zweier Hände einen scheinbaren Lehmklumpen zu einer menschlichen Figur formten und den göttlichen Odem einhauchten und mit dem Aufziehen des Vorhangs stand der fertige Adam, der Konfirmand Frederik Neitzel auf der Bühne.
Dann bevölkerten Hund, Löwen, Antilope, Pferd, Perlhuhn, Affen, Vogel und Hirsch das Kirchenschiff. Die Tiere wurden mit viel Einfühlungsvermögen von den Konfirmanden dargestellt, die dafür hinter großen Masken verborgen waren.Doch gerade durch diese Verborgenheit gewannen die Jugendlichen viel Sicherheit für ihr Spiel, in dem sie die typischen Bewegungen der Tiere nachahmten. Doch erst als Eva, gespielt von Anna-Fee Sadek hinter dem Altar katzengleich hervorkam, war das Paradies komplett.
Dass dieses Paradies nicht von langer Dauer ist hinlänglich bekannt. Eine Schlange betörte Eva, die - von ihrem Adam allein zu Hause gelassen – sich überreden ließ, ausgerechnet von den Früchten zu essen, die Gott ihnen verboten hatten.
Durch diesen Ungehorsam verloren Adam und Eva ihre Unschuld und zugleich wurden ihnen die Tiere nun fremd. Symbolisch ausgedrückt wurde dies im Spiel durch einen schwarzen Panther und einen finster dreinschauenden feuerroten Erzengel der Tiere und Menschen endgültig aus dem Paradies vertrieb.
Noch immer eine Geschichte die viel Anregung zum Nachdenken bietet!
Großer, lange anhaltender Beifall war der Lohn für alle Beteiligten.
Zu Ehren der jungen Darsteller klang der Abend mit einem kleinen Empfang im Kirchenvorraum aus, bei dem viele Gäste noch die großen und beeindruckenden Tiermasken bewunderten. Diese hatte Gundel Zschau Buchwald aus dem Nachlass Ihres Vaters, des Künstlers und Leiter des Schaniertheaters Hannover Hans Ulrich Buchwald zur Verfügung gestellt.
Foto:
Erzengel Gabriel vertreibt alle Kreatur aus dem Paradies (Links)
Adam mit 2 Affen und links am Altar lagert ein Löwe(rechts oben)
Ein besonders geschmücktes Perlhuhn (Links unter)
Fotograph: Geisendorf